Cairns, Madrid, Istanbul
Grosse Städte, Grosse Träume / Staffel 1 / Folge 13

Mit gerade mal 29 Jahren promovierte der Physiker Felix. Die Naturwissenschaft ist seine große Leidenschaft, die ihn nun auch nach Madrid führt. Die Universidad Autónoma de Madrid hatte eine freie Stelle für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter ausgeschrieben, und beide Parteien wurden sich schnell einig. Für Felix war schon immer klar, dass er nach seinem Studium Zeit im Ausland verbringen möchte, um dort Erfahrungen zu sammeln. Doch die Auswanderung ist für Felix mit einigen Herausforderungen verbunden. Er spricht nämlich kein Spanisch, seine Kollegen werden aber fast ausnahmslos Spanier sein. Neben der Sprache ist ihm auch sein Physikerteam vor Ort unbekannt. Bisher hatte er nur Kontakt mit dem Professor, den er zur Vertragsunterzeichnung trifft. In Madrid selbst war Felix noch nie, freut sich aber auf sein neues Leben in der Hauptstadt. Sport ist für Jeany nicht nur ein Hobby – es gehört zu ihrem Leben dazu: Sie ist gesund und fit und tut einiges dafür. Yoga, Zumba, Joggen – so oft wie möglich ist Jeany aktiv. Auch in Deutschland wäre das alles möglich, allerdings nicht in solch einer Kulisse wie in Australien, wo Jeany seit fünf Jahren lebt – dort, wo andere Urlaub machen. Eigentlich wollte sie nur ein Jahr bleiben, aber Down Under hat es ihr angetan, und ihr Job als Unterwasserfotografin hat es ihr letztlich ermöglicht, auch auf Dauer in Cairns zu bleiben. Als Fotografin begleitet sie auch heute nach wie vor die Tauch- und Schnorchelausflüge von Touristen zum Great Barrier Reef. Die Unterwasseraufnahmen bietet Jeany dann zum Verkauf an – ein spannender Job mit unsicherer Vergütung, denn Jeany arbeitet auf Kommission. Verkauft sie keine Foto- oder VideoDVDs an die Touristen, verdient sie keinen Cent. Wie frustrierend kann ein schlechter Arbeitstag sein, und wie viel Geld muss sie verdienen, um überhaupt über die Runden zu kommen? Wegen fehlender beruflicher Perspektiven in Deutschland ging die Deutsch-Türkin Emine Sahin (38) nach Istanbul. Da ihre Eltern mittlerweile wieder dort leben, sollte der Eingliederungsprozess nicht schwer fallen – doch Emine ist Deutsche und noch dazu eine Frau. Türkische Bauleiter traten der Architektin mit sehr viel Skepsis entgegen. Was soll eine deutsche Frau, die aussieht wie eine Türkin, aber die Sprache nicht zu 100 Prozent richtig sprechen kann, ausgerechnet in der Baubranche? Doch Emine biss sich durch und erkämpfte sich ihre Position. Heute arbeitet sie als erfolgreiche Architektin in Istanbul, der Millionenmetropole der Türkei. In einem aufstrebenden Bauunternehmen stellt sie sich neuen Herausforderungen: Als rechte Hand des Chefs führt sie Vorstellungsgespräche und leitet wichtige Bauprojekte. Allerdings ist Emine ihrer deutschen Mentalität treu geblieben. Ihr Chef ist Schweizer und ihre Arbeitskollegen meist mit deutschem Hintergrund. Pünktlichkeit und Verlässlichkeiten werden bei ihr groß geschrieben. Emine fühlt sich in der Türkei sehr wohl – ist und bleibt im Herzen aber Deutsch.